Der heutige Tag ist der Tag der unsichtbaren Beeinträchtigungen! Thorsten aus dem AlexOffice erzählt uns mehr darüber, wie es ist, sein Leben mit unsichtbaren Beeinträchtigungen zu gestalten und wie er sich den Umgang damit wünscht.


 

Invisible Disability 1 – Tag der unsichtbaren Beeinträchtigung

Eine Beeinträchtigung muss nicht auf den ersten Blick erkennbar sein.

Wie oft habe ich das gehört: „Man sieht dir deine Beeinträchtigung gar nicht an“!

Ich selbst hatte mehrere sogenannte „paranoid-halluzinatorische Psychosen“ und war mehrmals in stationärer Behandlung. Das ist zwar schon mehr als 30 Jahre her, aber auch heute leide ich noch darunter. Traumata aus eben dieser Zeit sorgen weiterhin dafür, dass ich immer wieder in depressive Phasen rutsche und in dieser Zeit nur eingeschränkt belastbar bin.

Man sieht mir meine Beeinträchtigung nicht an, aber sie ist vorhanden.

Im Alltäglichen erlebe ich immer wieder Reizüberflutung, wenn ich beispielsweise in der Stadt, unter lauter mir unbekannten Menschen bin – und die Hektik und Geräusche ihren Teil dazu beitragen. Es kommt aber auch vor, dass ich das Verschwinden in der Masse genieße, ja sogar „aufsauge“.

Das ist von Tag zu Tag unterschiedlich, ich bin also ein „Teilzeit-Beeinträchtigter“. Ich denke, dass jeder Mensch eine Beeinträchtigung hat, jeder hat seine Stärken und Schwächen, gerade deswegen ist es wichtig, darüber zu sprechen. Nur durch Kommunikation kann ich mein Gegenüber verstehen und mir ein Bild machen. Oder auch sehen: Hier „menschelt“ es.

Beeinträchtigung muss nicht sichtbar sein, und der Umgang damit ist erst recht keine „Einbahnstraße“!

Was mir wichtig ist: Das ich trotzdem ein weitestgehend autarkes Leben führen kann! Hier hilft mir auch meine Arbeit bei der Alexianer START GmbH. Ich arbeite im grafischen Bereich, kümmere mich um SocialMedia, moderiere Podcasts und bin in der Digitalisierung tätig. Ohne diese Arbeit würde es mir definitiv schlechter gehen, ich brauche den sozialen Kontakt, die Ablenkung und Befriedigung, die ich in dieser Beschäftigung finde.

Ich kann nur appellieren, sein Gegenüber auch oder gerade wegen dessen Schwächen ernst zu nehmen und nicht vorschnell zu urteilen.

Wenn wir das beherzigen, sind wir, denke ich, einen ganzen Schritt weiter!


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